Statt den ausrangierten 486er wegzuwerfen, basteln Sie sich lieber einen Router daraus.

Client-Einstellungen


DHCP auf Diskette: Dynamische Adress-Zuordnung ist mit fli4l kein Problem - hier die Client-Einstellungen.
Sie brauchen mindestens folgende Hardware:
  • 486er mit 16 MByte RAM
  • Disketten-Laufwerk
  • eine Diskette
  • zwei Netzwerkkarten
  • Netzwerk-Kabel

    Wenn Sie einen schnelleren Rechner mit mehr Speicher zur Verfügung haben, ist das auch nicht schlimm. CHIP Online kramte einen 233er Pentium II mit 64 MByte RAM hervor. Der Rechner braucht keine Festplatte und kein CD-ROM-Laufwerk. Wenn Sie mehrere Rechner zu einem lokalen Netz verbinden wollen, muss zusätzlich noch ein Hub oder eine Switch integriert werden. Die komplette Software passt auf eine Diskette, die außerdem auch noch den Rechner bootet.

    Freie Software aus dem Netz
    Frank Meyer, ein findiger Programmierer hat dieses Projekt im Mai 2000 gestartet. Seine investierte Arbeit stellt er als OpenSource-Software zur Verfügung. Jeder kann fli4l nutzen und daran mitarbeiten. Die Tatsache, dass fli4l ein Linux-Sprössling ist, sollte niemanden ins Boxhorn jagen. Sie konfigurieren fli4l auf Ihrem Rechner, egal ob Sie Linux oder Windows verwenden. Dann erstellen Sie eine Boot-Diskette mit fli4l, das war's.

    Konfiguration für DSL

    Alle Einstellungen werden in der Datei config.txt gemacht. Findige Programmierer haben für Windows eine grafische Oberfläche entworfen, die die Konfiguration per Mausklick erlaubt.

    Laden Sie sich fli4l auf Ihren Rechner und entpacken Sie die Datei. Sie haben mehrere Dateien und Unterordner auf der Platte. In der Datei config.txt können alle Einstellungen vorgenommen werden. Die Textdatei kann mit einem normalen Editor bearbeitet werden. Windows-Nutzer können sich das Programm fliwizNG (floppy isdn wizard Next Generation) runterladen, mit dem sich fli4l komfortabel per Mausklick konfigurieren lässt. Carsten Cerny und Jürgen Bauer haben dieses Tool für Windows 9x, NT und 2000 programmiert.

    Der Wizard ist sehr komfortabel. In diesem Workshop beschreiben wir die Einstellungen, die direkt in der config.txt vorzunehmen sind: Alle Werte stehen in der Datei in Großbuchstaben. Die Wertzuweisung erfolgt mit ='Wert'. Folgende Variablen müssen Sie in der config.txt anpassen:

    Die richtigen Variablen
    Wählen Sie einen Namen für den Router. Der sogenannte HOSTNAME kann etwa fli4l lauten. Setzen Sie ein PASSWORD und MOUNT_BOOT='rw'. Ihre zwei Netzwerkkarten müssen unterstützt werden. Bisher sind Treiber für etwa 40 verschiedene Karten-Typen eingebaut. Im Test verwendeten wir Karten aus dem Hause 3Com. Wer eine Billiglösung sucht, sollte auf Adapter von Davicom achten. Einzustellen sind die Variablen ETH_DRV_N, die Anzahl verschiedener Karten - und mit ETH_DRV_1 und ETH_DRV_2 die zugehörigen Treiber. Verpassen Sie Ihrem Router eine IP-Adresse, legen Sie eine Netzwerknummer fest und definieren Sie auch eine Netzwerkmaske. Betroffene Variablen sind IP_ETH_1_IPADDR, IP_ETH_1_NETWORK und IP_ETH_1_NETMASK.

    DSL-Einstellungen


    Noch einsetzen:Hier fehlen nur noch User-Name und Passwort.
    DHCP spart Arbeit
    Aktivieren Sie den eingebauten DHCP-Server. Das Dynamic Host Configuration Protocol weist den Computern im Netzwerk automatisch eine IP-Adresse zu. Das bedeutet keine lange Konfiguration mehr. Setzen Sie dazu OPT_DHCP='yes' und passen Sie DHCP_RANGE_1 an. Wichtig ist der Eintrag DNS_FORWARDERS. Das ist der DNS-Server Ihres Providers. Eine Übersicht über viele Anbieter gibt's auf der
    fli4l-Seite.

    Der letzte Schliff
    Nötige Einstellungen betreffen jetzt noch den DSL-Zugang. Setzen Sie folgende Variablen: OPT_PPPOE='yes', PPPOE_NAME='DSL', PPPOE_ETH='eth1', PPPOE_USER='Ihr User-Name', PPPOE_PASS='Ihr Passwort', PPPOE_DEBUG='no', PPPOE_HUP_TIMEOUT='600', PPPOE_SYNCHRONOUS='no', PPPOE_CHARGEINT='60', PPPOE_TIMES='Mo-Su:00-24:0.0:Y', OPT_ISDN=’no’ und ISDN_CIRCUITS=’no’.

    Ein
    HowTo mit einer Beispiel-Konfiguration für DSL und andere Einstellungen gibt es bereits.

    Boot-Diskette erstellen

    Wenn Sie den Router auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt haben, müssen Sie nur noch eine Boot-Diskette erstellen. Alles andere funktioniert dann automatisch.

    Boot-Diskette erstellen


    Floppy erstellen: Der Befehl mkfloppy schreibt eine Start-Diskette.
    Speichern Sie die Datei config.txt und schließen Sie den Editor. Die Erstellung der Boot-Floppy unterscheidet bei Linux und Windows, ist aber bei beiden nicht mehr als ein Befehl.

    Mit Linux oder Windows
    Wenn Sie mit Linux oder Unix arbeiten, erstellt der Befehl sh mkfloppy.sh eine Boot-Diskette. Windows-Nutzer brauchen das Kommando mkfloppy. FliwizNG kann das natürlich auch per Mausklick.

    Verkabelung
    Nachdem Sie den Router von Diskette gebootet haben, zeigt Ihnen der Befehl ifconfig alle aktiven Interfaces. Wenn dort die Einträge eth0 und eth1 erscheinen, sind die Netzwerkkarten korrekt erkannt. Die erste Karte (eth0) sollte mit dem DSL-Modem verbunden werden, die zweite (eth1) mit dem lokalen Netz.

    Clients einstellen
    Die Clients, also alle Rechner die über den Router ins Internet wollen, müssen in den Netzwerkeinstellungen DHCP aktiviert haben. Das war's auch schon. Im Test funktionierte das mit Linux, Mac OS, Windows 9x, Me, 2000 und XP.


    Den Router sicher machen

    Wer sein Heimnetz mit einem Router ins Internet bringt, sollte sich auch über Sicherheit Gedanken machen. Fli4l bietet schon ein gutes Stück Sicherheit. CHIP Online zeigt die notwendigen Schritte.

    Firewall


    Nur Paketfilter: Fli4l enthält nur einen Paketfilter.
    Die Schaffer von fli4l sagen klipp und klar: Das Projekt ist ein Hobby. Jeder der es einsetzt, muss sich also selbst um die nötige Sicherheit kümmern. Außerdem ist die eingebaute Software nicht immer auf dem allerneuesten Stand, was aber nicht gegen die Verwendung spricht.

    Firewall der ersten Stunde
    Zwar wird beim Start des Routers scheinbar eine Firewall aufgebaut, dabei handelt es sich aber nur um einen Paketfilter. Das ist die einfachste Ausprägung einer Firewall. Auf der fli4l-Seite gibt es eine Check-Liste, die als Vorlage dienen soll, welche Funktionen von fli4l erwartet werden können.

    Infos rund ums Thema Sicherheit in fli4l wird in der Newsgroup de.comp.security.firewall heftig diskutiert.

    Fazit: Fli4l macht Spaß

    Fli4l ist eines der Software-Projekte, die aufzeigen, wie wichtig Linux ist. Darüberhinaus bringen die nützlichen Funktionen ein Heimnetz schnell und unkompliziert ins Internet.

    fli4l-Logo


    Fli4l: Ein cooles OpenSource-Projekt, das nur dank Linux entstehen konnte.
    Fli4l vereint viele Vorteile. Es ist kostenlos, jeder kann daran mitarbeiten, die Web-Seite ist gut geplegt, alte Rechner kriegen eine neue Aufgabe und DSL-Routing ist einfach cool.

    Nicht nur Linux-Fans sollten einen Blick auf die Software werfen, einfacher ist die Konfiguration eines teuren Routers auch nicht – dafür aber um einiges teurer.

    Infos und Download:
    www.fli4l.de